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25. Dezember 2015

Sponk - Zeitreisen mit Gedanken


Ein Auszug aus dem Buch

Kapitel: Haben Menschen Zukunft? Jonas Schulreferat, sein Thesenpapier:


Anfang Referat – Begrüßung, Einleitung

Liebe Mitschüler,
heute müssen oder dürfen wir, über ein selbst gestelltes Thema, etwas sagen. Ich will etwas sagen! Mein Thema, oder besser meine Frage lautet: Haben Menschen Zukunft?
Ein großes Thema, für kleine 30 Minuten, ich weiß. Aber, lasst es uns versuchen.
Zuerst möchte ich klar definieren worum es geht. Was ist Zukunft? Für Wen stellt sich die Frage?
Zukunft ist ein Blick in die kommende Zeit. Bei meinem Referat möchte ich unseren Blick auf 100 Jahre beschränken. Was in 1000 Jahren ist, schauen wir uns dann noch mal an. Die Welt in 100 Jahren.
Die Klasse kicherte. Johanna hob ihren rechten Daumen, als Zeichen für die gute, lustige Bemerkung. Jonas referierte weiter:

Für Wen stellt sich die Frage? Für die Menschen stellt sich diese Frage. Die Erde braucht uns nicht, wir brauchen die Erde.

Unser Lebensraum, die Ökumene, ist der ständig besiedelte und landwirtschaftlich nutzbare Teil der Erdoberfläche. Und dieser Teil wird immer knapper.
Auch wenn die Knappheit künstlich, durch eine ungerechte Verteilung der Ressourcen, herbeigeführt wird.
Jonas profitierte, offensichtlich, von seinen Recherchen im Internet. Er hatte sich sehr viel Mühe gemacht. Als neu gebackener Humanist, wollte er nicht doof dastehen.
Er stellte also die Stichfrage: Was können wir tun, oder was sollten wir unterlassen, damit die Knappheit nicht zum Problem wird?
Jeder von uns kennt diese Probleme aus den Medien:
Armut, Klima- und Umweltkatastrophen, Kriege, Überbevölkerung, ansteckende Krankheiten, angebliche Finanzkrisen, Korruption, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Flüchtlingswellen, digitale Bedrohungen.
Ich möchte diese Probleme nicht, bis zum Erbrechen, detailliert ausführen, referierte Jonas. Die Klasse blieb diesmal still. Sie schien gefesselt von Jonas Ausführungen. Selbst Johanna guckte interessiert, direkt zu ihm hin.
Die Klasse wusste gar nicht so recht, was mit Jonas los war. Ein professioneller Redner stand auf ein mal vor ihnen, nicht der spacke Autist.
Jonas fuhr fort, mit seiner Rede.
Ich stelle Thesen auf, die die Ursachen der Probleme beschreiben. Danach stelle ich Thesen auf, die eine Lösung beschreiben.
Hier meine Thesen zur Ursache. Beschrieben von 3 Menschen, die sich mit der Frage sehr ausführlich beschäftigt haben.
Das erste Zitat stammt von Noam Chomsky, ein Sprachwissenschaftler und Informatiker aus den USA:
Hoffentlich gibt es endlich einen Volksaufstand gegen die vernichtende, zerstörerische Wirtschafts- und Sozialpolitik, die von den Bürokraten und den Banken kommt
Das zweite Zitat stammt von George Orwell, ein Schriftsteller, Essayist und Journalist aus Britisch-Indien. Vielen ist sein Buch: Farm der Tiere oder, das bekannte Werk: 1984, schon mal begegnet.
Eine hierarchische Gesellschaft ist nur auf der Grundlage von Armut und Unwissenheit möglich. Im Prinzip soll jede Kriegsanstrengung die Gesellschaft am Rande des Verhungern halten. Der Krieg wird von den Herrschenden gegen die eigenen Untertanen geführt - und sein Ziel ist weder ein Sieg über Eurasien oder über Ostasien - sondern die Aufrechterhaltung der ungerechten Gesellschaftsstruktur.
Das dritte Zitat stammt von Albert Einstein, der sich sehr wohl mit Fragen, außerhalb der Physik, beschäftigt hat und zu den hellsten Köpfen, der letzten 1000 Jahre, zählt:
Die wirtschaftliche Anarchie der kapitalistischen Wirtschaft von heute ist, meiner Meinung nach, die wahre Quelle der sozialen Missstände.
Jonas machte eine professionelle Pause, die Reaktion abwarten. Nichts passierte. Keine Buhrufe, keine blöden Bemerkungen. Die Klasse schaute gierig auf Jonas. Sie wollten, sehr deutlich zu spüren, mehr hören. Jonas kommentierte seine Zitate:
»Ich finde die drei Zitate drücken sehr deutlich aus, woher die Probleme kommen und als Schlussfolgerung, was wir unternehmen müssen oder unterlassen sollten, um eine bessere Zukunft zu haben.«
Jonas stellte seine Thesen der Lösungen zur Stichfrage vor. Die Klasse war immer noch still. Sie hörte aufmerksam zu. Irgendwie merkten alle, dass da etwas anderes passiert als sonst.
»Ja, die Menschen haben Zukunft, wenn…, das Wörtchen wenn nicht wär. Ich habe diese Thesen durch Recherchen im Internet aufgestellt. Folgende Schritte könnten unternommen, beziehungsweise sollten unterlassen werden:«
Lehrer Kröger und die Klasse hörten, wie Jonas seine Thesen vorlas:

Pflichtfach, Ethik und Moral,
an allen Schulen einführen, auf der ganzen Welt, damit das Bewusstsein der Menschheit wächst.
Pflichtfach, Aufklärung Drogenmissbrauch, 
insbesondere chemische Designerdrogen, wie Crystal Meth, keine Chance den Dealern, für eine drogenfreie Welt! Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Trennung von Politik und Wirtschaft,
damit persönlichen Interessenkonflikte vermieden werden, mafiöse Verhältnisse erst gar nicht entstehen. Kein Politiker darf Funktionen in der Wirtschaft übernehmen.
Steuersysteme weltweit angleichen,
damit die Schlupflöcher (Steueroasen) geschlossen werden. Das Kapital muss sich an einer gerechteren Verteilung der Ressourcen beteiligen. Wer profitiert denn von den Straßen, Kindergärten, Schulen, gesunden Menschen?
Einführung einer Weltwährung,
zur Verhinderung von Missbrauch sog. Leitwährungen und finanzwirtschaftlichen Devisen Spekulationen. Das jetzige Weltwährungssystem, mit dem Dollar im Zentrum, ist ein Produkt der Vergangenheit. Der internationale Währungsfond (IWF) und die Notenbanken nutzen das schamlos, auf Kosten finanzschwacher Länder, aus.
Beseitigung der Schlupflöcher,
bei der Ermittlung und Überprüfung technischer Normen, für Umweltschutz- und Energievorschriften. Insbesondere bei der Automobilindustrie.

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