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30. Oktober 2016

Ausgewählte Leseproben

Erstes Buch: Sponk - Zeitreisen mit Gedanken, Jonas Anonymus. Zukunft trifft Vergangenheit


Kapitel: Die Entdeckung


Mal einen Schritt nach hinten machen, durch den Dunst und Nebel gucken. Hindurch, durch das eigene, angenehm gewöhnliche, einfache Betrachten der Dinge. Eben, die ganze, oft verborgene, Vielfalt beobachten. Mal von oben alles angucken, oder von ganz unten. Die Vielfalt der Ansichten, schärft die Sinne und die Wahrnehmung. Der Vorhof zum Himmel, kann die Hölle sein.
So wie Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei es, bereits im Mittelalter, getan hatten. Sie waren die ersten Astronomen, die unser Weltbild über unseren Kosmos, unserem Sein auf der Erde, infolge aufmerksamer Beobachtung nachhaltig veränderten. Mal einen Blick aufs Kleine oder ganz Große werfen, etwas wagen, was noch keiner gewagt hatte, das hatten sie getan.
Das müssen sehr mutige Männer gewesen sein, dachte sich Jonas. Im Mittelalter zu behaupten, dass nicht die Erde, sondern die Sonne, der Mittelpunkt der damaligen Welt ist, grenzte an Gotteslästerung.


Kapitel: Haben oder Sein? Thessas Party


Das Leben nutzen die Menschen, für gewöhnlich, um möglichst viel anzuhäufen, um es dann zu verteidigen, um daran zu kleben, wie eine Honigbiene, mit auffälligen und charakteristische Bewegungsmustern.
Dieser Bienentanz der Honigsuche, das Erarbeitete darf nicht losgelassen werden, weil der gefundene Nektar, der an den dicken, verklebten Beinen hängt, den Fortbestand des gesamtem Volkes, zumindest einer Art davon, sichert.
Die Menschen aber, die nicht mehr vom Haben, sondern vom Sein bestimmt werden, kommen zu sich selbst. Sie entfalten eine innere Aktivität. Das grenzenlose Vergnügen steht im merkwürdigen Gegensatz zu dem Ideal der disziplinierter Arbeit. Schön drückt es der Bandname von Iron Butterfly aus - Der eiserne Schmetterling - Leicht und schwer zugleich und doch fliegen wollen. Geht das?

Kapitel: Das Ei des Kolumbus

Jonas nicht wissen konnte war, dass er seinen kosmischen Doppelgänger in sich aufgesogen hatte. Wie bei einer Zwillingsschwangerschaft, bei der nur ein Teil überlebt. Oft bildet sich dann ein Muttermal als Fötenabdruck des ungeborenen Zwillings.

Gleichzeitig, in einem parallelen Universum, hinter einem anderen kosmischen Vorhang, öffneten zwei Polizeibeamte eine Zelle, in der sich ein Junge befinden sollte. Über deren Köpfe hinweg, entfloh dabei eine fette, schwarze Fliege. Raus dem kleinen Betongefängnis, hinein in die Freiheit.
Die verdutzen Gesichter der beiden Beamten stellten sich eine der größten Fragen der Menschheit.

Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und, verdammt noch mal, wo ist der Junge geblieben? Dabei starrten sie der befreiten Fliege hilflos hinterher.

Kapitel: Gut oder Böse?


»Hallo Du, ich heiße Thessa, Thessa Linke. Folge nicht den bösen Verlockungen. Du wirst uns und mir dann nicht helfen können.«
Als Jonas die zierliche Stimme vernahm, war er sofort verliebt.

Liebe ist etwas, auf das man keinen Einfluss hat, sondern etwas, das einen findet. Ohne Grund, ohne Kommentar und ohne, dass man sich dagegen wehren kann. Vielleicht ist es mit der Liebe so, wie mit schöner Musik. Man kann sie nicht erklären, sie trifft einen wortlos, mitten ins Herz. Alles was man dazu braucht ist, dafür offen zu sein. 

Selbst Albert Einstein löste sich dafür von seiner Physik. Er spielte seinem zweiten, jüngeren und an Schizophrenie erkrankten Sohn, Eduard Einstein, in der Nervenheilanstalt, anstatt mit ihm zu reden, lieber ein Geigenstück vor.

Kapitel: Odyssee 2116- Leos Tools


Jonas ahnte die wahre Natur des Pudels. Die Wellensteins hatten ihn nicht umsonst Mephisto genannt. Der Pudel war körperlich ein Hund. Sein Geist, seine Seele jedoch, erinnerte an die eines gefallenen Engels, der versucht zum Bösen zu verleiten. So wie der Cherub - ein Mischwesen - ein Engel mit besonderen Aufgaben.

Beschrieben im alten Orient und im alten Testament. Bestimmte Merkmale, unterschiedlicher menschlicher und tierischer Eigenschaften, verleihen dem Wesen übernatürliche Kräfte. Er wurde aufgrund seiner Schönheit und Klugheit hochmütig. Er verdarb es sich mit der Schöpfung - mit Gott - der ihn daraufhin zur Erde hinunter warf. Seitdem hat der Teufel Hausverbot bei Gott.

Kapitel: Odyssee 2116- der Beginn


»Hey, was machst du in meinem Wurmloch?«Jonas erschrak. Die Stimme, die er hörte, klang unterschwellig sehr boshaft.Wurmloch? Das kann nur eins bedeuten. Ich bin in einem schwarzen Loch gelandet. 

Jonas verspürte eine starke Gravitationskraft. Die zog ihn, wie einen Spaghetti, in die Länge. Er befand sich außerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums, in einer Zwischenzeit im Hyperraum. 

Er versuchte seinen Rucksack vom Rücken zu lösen. Ein Schwerkraftmonster hat mich im Griff. Ich muss den Tricorder erreichen!

Schwarze Löcher sind solche Monster der Gravitation. Sie ziehen alles an. Sie befinden sich in der Mitte jeder Galaxie. Wäre die Erde nicht so weit entfernt, hätte es sie schon lange nicht mehr geben. Sie wäre längst verschluckt worden. Nichts kann entweichen, nicht einmal Licht. 

Diese Objekte in der Raumzeit haben einen Eingang und einen gegenüberliegender Ausgang, in ein Paralleluniversum, das Weiße Loch. Der Verbindungsweg zwischen beiden, ist das Wurmloch. Dieses kosmische Objekt kann die Raumzeit krümmen, einen Zeitsprung ermöglichen. Es ist eine tunnelförmige Abkürzung, die zwei Zeitregionen des Alls miteinander verbindet. 

Jonas hörte wieder diese Stimme.»Ein Mensch! Ist ja verrückt. Wie ist denn der hierher gekommen?«Das erste Mal, traf er einen anderen Zeitreisenden, als Leo. Sein Tricorder war immer noch nicht erreichbar. Er hatte das Gefühl, gleich zu zerreißen.


Zweites Buch: Sponk - Zeitreisen mit Gedanken, Jonas Whistleblower. Die Gegenwart überholen


Prolog - Vorwort:


Jonas entwickelt sich weiter. Die Entdeckung seiner Fähigkeit, in der Zeit zu reisen und die damit verbundenen Möglichkeiten und Abenteuer, beschrieben im ersten Buch, waren erst der Anfang. Jonas überholt nun die Gegenwart im doppelten Sinne.

Erstens durch seine Zeitreisen, zweitens durch seine Enthüllungen als Whistleblower. Damit restauriert er unsere Gegenwart, möbelt sie auf, setzt sie wieder instand, im Sinne einer Reparatur.

Er bringt absichtlich Verborgenes wieder ans Tageslicht, in die Öffentlichkeit des zivilen Daseins.
Die Mentalität der sog. Eliten, die nur zum eigenen Wohl, in ihrer verwerflichen, selbstsüchtigen goldenen Parallelgesellschaft: Die Gegenwart verleugnen, die Zukunft vorgaukeln und die Vergangenheit verfälschen, will er ändern.

Sein Argument ist das Internet, die stärkste Waffe des dritten Jahrtausend. Er bewegt sich anonym, mit seinen Zeitreisen und Techniken der Zukunft.
»Ich tätowiere Euch ins Angesicht der Seele mit euren Missetaten. Dann sieht man die Narben des Egos besser«, ist sein Schlachtruf.

Jonas ist der Erste der Letzten, ein Botschafter der Umkehr der Verhältnisse.

Die Banane des Lebens muss eine ganz andere Schale bekommen. Die Schale der Menschlichkeit. Die Hülle, in der sich die meisten glauben wohl zu fühlen, wird sich ändern müssen, oder selbst der dümmste Affe frisst das nicht mehr. Die #Hashtag-Generation wehrt sich.

Und der Wind der Zeit weht weiter.


Kapitel: Der Wind der Zeit


   Das Treffen bei Leo war zu Ende. Jonas Eltern -Edith und Joe-, sein Onkel Paul und der Pudel verabschiedeten sich von ihrem Gastgeber. Ngoc, Modell:69-S, der feminine, humanoider Roboter, gab Leos scheidenden Gästen noch ein Abschiedsgeschenk mit auf den Weg. Sie übergab jedem Gast eine kleine glänzende, terrakotta-farbige Schatulle.

Leo kommentierte die Situation an seiner Haustür, die seine außerirdische Behausung, im Wald beim Kupferteich, öffnete- oder unerreichbar zuschloss.
»Es hat mir heute sehr gefallen, mit Euch. Die Menschen stehen an einem Scheideweg. Ihr habt das besondere Privileg zu Jonas zu gehören und ein Teil seiner Entwicklung mitgestalten zu können. Geht vorsichtig damit um, auch mit dem, was ich jedem von Euch gebe. Es ist eine besondere Substanz, die ich von meinen Zukunftsreisen mitgebracht habe. Eine kleine Priese, wie Schnupftabak, über die Nase aufgenommen, versetzt Euch in die Lage, die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. So, wie Jonas es kann, ganz ohne Hilfsmittel.«

»Ist das so etwas, wie das Material, aus dem meine Tonfigur, mein Sponk besteht?«, fragte Jonas.
»Nicht ganz, aber ähnlich. Es handelte sich auch um eine Mischung aus einem Stein-Eisen Meteorit, den sogenannten Chondriten und Kalksandstein. Aber das ist nicht alles. Es hat auch mit dunkler Materie zu tun. Seid bloß vorsichtig damit. Es ist wie die Büchse der Pandora. Nur, dass nicht nur Böses beim Öffnen dabei herauskommt, sondern etwas sehr Nützliches, in Euch hineingelangt. Ihr werdet es noch erleben! Der Wind der Zeit wird es Euch zutragen. Es verringert auch den Älterungsprozess.«

»Chondrite, dunkle Materie?«, fragte Paul, auffallend gierig, nach einer Antwort. Leo reagierte nicht.
Leo wollte offensichtlich keine weiteren Erklärungen dazu abgeben. Das hatte auch einen guten Grund. Doch dazu später mehr.