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11. November 2016

Bin ich froh, dass ich keine Zwischenablage bin!

Tsunamis an Informationen. Wo ist die Arche Noah, die uns vor der Informationsflut rettet ?


Was wird uns geschehen? Wo gehen wir hin? Haben wir eine Zukunft? Auf dieser Blogseite werden diese Fragen gestellt. "Sponk - Zeitreisen mit Gedanken" ist ein erschienenes Buch dazu.

Overload - die Kunst des Weglassens


In jeder Sekunde prasseln auf unser Gehirn Tausende von Informationen ein. Der Geruch eines unbekannten, der neben uns in der U-Bahn steht, das Blau des Himmels, das Hupen von Autos, ein schreiendes Kind im Kinderwagen, den ganzen Tag ungefilterte Nachrichten, und, und, und.
  Jonas dachte sich: »Bin ich froh, dass ich keine Zwischenablage bin!«
Die Zwischenablage (engl. Clipboard) oder Ablagemappe ist ein Zwischenspeicherbereich, der den einfachen Austausch von Daten (Text, Bilder und andere Objekte) zwischen Programmen in einem zweistufigen Vorgang ermöglicht.

Sie dient als Zwischenspeicher für Copy & Paste beziehungsweise Cut & Paste: Markierte Daten werden durch die Funktionen „Kopieren“ oder „Ausschneiden“ (engl. Copy bzw. Cut) vom Ursprungsort in die Zwischenablage kopiert. Diese werden durch die Funktion „Einfügen“ (engl. Paste) aus der Zwischenablage in einem Dokument eines anderen Programms eingefügt.

Wie erhalten Tsunamis an Informationen, jeden Tag, den ganzen Tag, ungefiltert! Selbst in der Nacht verarbeiten wir mit unseren Träumen, was wir erlebt haben oder erleben mussten.

Wo ist die Arche Noah, die uns vor der Informationsflut rettet?, dachte Jonas sich.
Ich brauche eine Methode des Weglassens, sonst gibt es einen Overload, eine Überflutung meiner Gedanken, sinnierte Er vor sich hin.

Das gezielte Erinnern,.. damit kannte er sich vorzüglich aus. Seine Zeitreisen basierten ja auf dieser Kraft. Jonas ging tief in sich rein. Er nutze diese ungeheuerliche Power seiner Gedanken.
Beim Aussortieren ist unser Gedächtnis radikal, überlegte er,..was nur für den Moment Bedeutung hat, vergessen wir gleich wieder.

 Jonas erkannte zum ersten Mal, wirklich wahrhaftig, die Struktur und Funktionsweise seiner Gedankenwelt, die sich von anderen Menschen erheblich unterschied.
Er denkt literal, nicht lateral.

Das Gehirn von Autisten ist anders aufgebaut, als bei nicht autistischen Menschen. Nervenimpulse gehen eher nach oben und unten - literales Denken - und weniger seitwärts, wie laterales Denken.
Computern, die wie neuronale Netze aufgebaut sind, haben gezeigt, dass diese oben-unten-Bewegung sehr gut zur Speicherung von Detailinformationen geeignet ist, aber weniger dazu taugen Unterschiede zu erkennen.

Jonas wurde ergreifend bewusst, welche Macht er mit seiner Fähigkeit und seinem Sponk hatte. Die wollte er unbedingt sinnvoll nutzen.
« Ich werde, in Zukunft, nur den Gedanken Bedeutung beimessen, die ich als wichtig erachte. Ich verbinde sie mit Bildern, mit einer Geschichte, ich mache daraus ein kleines Gedicht. Dann entgleist sie mir nicht, die wertvolle Information.«

In der Verhaltensbiologie wird seit Jahren erforscht, wie sich das Gedächtnis bildet. Ins Langzeitgedächtnis gelangen nur die Informationen, die emotional und relevant sind und solche, die auf Regeln im Erlebten hindeuten.
Auf diese Weise hilft uns das Erinnern, im Alltag klar zu kommen und schnelle Entscheidungen zu treffen. Der Hippocampus, das Gedächtniszentrum, etwa in Augenhöhe befindlich, tief im inneren des Gehirns, sorgt für diesen Effekt.

Ohne diesen Hippo, würde uns Neues immer wieder neu vorkommen. Selbst wenn wir jeden Tag den gleichen Film uns ansehen würden, er wäre immer neu für uns. Menschen unserer Umgebung, würden wir jedes Mal neu kennenlernen. Solche Demenzeffekte gilt es zu vermeiden.

Besonders im Tiefschlaf versetzt die Hirnrinde weite Teile unseres Brains, in Schwingungen von hohen und flachen Wellen. Jonas kannte diese Wellen, nicht nur im Tiefschlaf.
Seine Lust an Wortspielen, seine romantische Ader zu Worten die Bildern malen, nahm seinen Lauf:

Es ist wie eine kleine Welle, wie ein "Räusperchen" des Atems der Seele, das sich verhustet hat.
Eine kleine, niedliche Welle, die sich dann weiter ausbreitet. Ungestört und unschuldig, immer weiter wird das hüstelnde "Wellchen" größer und größer, zu einem Tsunami der Wut.
Und plötzlich, keiner weiß warum oder hätte es erwartet, frisst und reißt die jungfräuliche Unschuld der kleinen Welle, ein riesiges Container Schiff in den Abgrund des Meeres.

Und Keiner will die untergegangene Ladung heraufholen, weil sie zu tief unter Wasser liegt, unter dem nassen Mysterium, das zu mindestens aus 2 Dritteln der Erde besteht.
Wie die untergegangene Titanic, werden wir die Pastoren, Gärtner und Beerdiger sein, auf einem, uns unbekannten, Friedhof.
Die ewige Vergänglichkeit ist das Einzige worauf wir uns verlassen können, im Wind der Zeit, beschloss er seine stationäre Gedankenreise.